Keine Wäsche waschen in den Rauhnächten: Was dahintersteckt und welche Verbote es noch gibt
Kaum eine Regel rund um die Rauhnächte ist so bekannt wie diese: zwischen den Jahren keine Wäsche waschen. Doch woher kommt das, und muss man sich heute noch daran halten?
Kurz gesagt: Nach altem Volksglauben zieht in den Rauhnächten die Wilde Jagd, ein Geisterheer, durch die Lüfte. Aufgehängte Wäsche, besonders weiße Laken, könnte sich in ihr verfangen und als Leichentuch zurückkommen, was einen Todesfall im neuen Jahr ankündigen sollte. Heute sehen viele darin vor allem eine Einladung zur Ruhe: Die Arbeit darf liegen bleiben.
Warum keine Wäsche waschen?
Die Regel hat mehrere Wurzeln. Die bekannteste ist die Sage von der Wilden Jagd: Nach altem Glauben jagte in den zwölf Nächten ein Heer von Geistern über den Himmel. Wer Wäsche draußen hängen ließ, lockte die Geister an. Verfing sich ein Tuch in ihrem Zug, galt das als Zeichen für Unglück oder sogar einen Todesfall im kommenden Jahr.
Eine zweite, sehr praktische Erklärung: Früher war Wäschewaschen schwere Arbeit, die Tage brauchte. Die Rauhnächte waren eine der wenigen Zeiten im Jahr, in denen sich die Menschen ausruhen durften. Das Verbot schützte also auch die Ruhe der Frauen, die sonst den Haushalt trugen.
Und schließlich heißt es in vielen Regionen, Frau Holle wache in dieser Zeit über die Häuser. Sie sollte Ordnung und Ruhe vorfinden, keine halbe Arbeit.
Die bekanntesten Verbote der Rauhnächte
- Keine Wäsche waschen oder aufhängen, besonders keine weiße Bettwäsche.
- Nicht spinnen oder nähen. Spinnräder sollten stillstehen, sonst verfange man sich im Schicksalsfaden.
- Kein Haar und keine Nägel schneiden, das solle Kopfschmerzen und Unglück bringen.
- Keine Geräte verleihen. Was man verleiht, kommt im neuen Jahr nicht zurück, und mit ihm geht das Glück.
- Keine Schulden offen lassen. Wer mit Schulden ins neue Jahr geht, behält sie das ganze Jahr.
- Nicht streiten. Streit in den Rauhnächten soll das ganze Jahr nachwirken.
- Kein Durcheinander im Haus. Unordnung lade böse Geister ein.
- Nachts nicht allein draußen sein, wegen der Wilden Jagd.
- Keine Türen knallen lassen, das lade Gewitter und Streit ein.
- Keine Hülsenfrüchte essen, das bringe Geschwüre, so ein alter Glaube in manchen Regionen.
- Nicht pfeifen, um die Geister nicht zu rufen.
- Keine Tiere schlecht behandeln. In der Christnacht, so hieß es, können Tiere sprechen und erzählen, wie man sie behandelt hat.
Was man in den Rauhnächten tun soll
- Das Haus vorher aufräumen und putzen
- Ausgeliehenes zurückgeben und Rechnungen bezahlen
- Räuchern, um die Räume zu reinigen
- Träume aufschreiben, denn sie sollen auf das neue Jahr hinweisen (mehr dazu)
- Das Ritual der 13 Wünsche
- Zur Ruhe kommen, Zeit mit Familie und Freunden verbringen
Muss man sich heute daran halten?
Nein, natürlich nicht. Niemand muss zwischen den Jahren auf saubere Wäsche verzichten. Doch viele Frauen entdecken die alten Regeln gerade neu, nicht aus Angst, sondern weil sie eine schöne Erlaubnis enthalten: Es ist in Ordnung, einmal im Jahr die Arbeit liegen zu lassen. Wenn du magst, wasch einfach vorher alles, was du brauchst, und genieß die freien Tage.
Stella und die alten Bräuche
Geh die Rauhnächte nicht allein
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Rauhnächte mit Stella ansehenHäufige Fragen
Warum darf man in den Rauhnächten keine Wäsche waschen?
Nach altem Glauben könnte sich aufgehängte Wäsche in der Wilden Jagd verfangen und Unglück bringen. Praktisch war es eine der wenigen Ruhezeiten im Jahr.
Darf man in den Rauhnächten Wäsche im Trockner trocknen?
Der Brauch bezieht sich auf draußen aufgehängte Wäsche. Wer es traditionell halten will, verzichtet ganz aufs Waschen. Verboten ist natürlich nichts.
Darf man in den Rauhnächten Haare schneiden?
Nach altem Volksglauben nicht. Es soll Kopfschmerzen bringen. Wer es traditionell halten will, geht vorher zum Friseur.
Was darf man an Silvester nicht machen?
Silvester ist die 8. Rauhnacht. Traditionell sollte man keine Wäsche aufhängen, nicht streiten und keine Schulden mit ins neue Jahr nehmen.
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